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Miniatur Bullterrier - Kampfhund oder Kampschmuser

Im Jahre 1821 entstand in England der Miniatur Bullterrier aus einer Kreuzung zwischen Terrier und Bulldogge. Obwohl er allgemein als Kampfhund bezeichnet wird, wurde er nie für Hundekämpfe eingesetzt. Der Miniatur Bullterrier wurde bei der Jagd auf Ratten und Mäuse  eingesetzt. Er lebte schon damals eng mit seiner Familie zusammen.

Doch leider ist diese Rasse mit vielen Vorurteilen behaftet. Ich selbst musste das schon häufig erleben. Daher habe ich Besitzer dieser Rasse aufgerufen, erzählt mir von euren Erfahrungen und euren Erlebnissen mit dieser Rasse.

Ich selbst kann sagen, sich für einen Miniatur Bullterrier zu entscheiden erfordert starke Nerven, Lachmuskeln und ein dickes Fell. ;-)

Das Wesen des Miniatur Bullterriers wird wie folgt beschrieben:

Ein kraftvoller, mutiger Hund der extrem verschmust und anhänglich ist. Im Spiel muss er manchmal gebremst werden, da er sich sonst vor Freude überschlägt. Diese intelligenten Hunde haben ihren eigenen Willen mit einem rassentypischen Sturkopf und ein großes Talent als Familienclown. 

Auf den folgenden Seiten stelle ich einige Vertreter dieser Rasse vor und hoffe etwas mit den Vorurteilen aufräumen zu können. Ich finde wir sollten, egal welcher Rasse, ganz unbefangen entgegen treten. Ganz nach dem Motto : erst kennenlernen dann urteilen

Idefix

Idefix gehört nun schon fast zwei Jahre zu unserer Familie. Mein Mann wollte schon länger einen Hund dieser Rasse, ich musste erst überredet werden. Wir reisen viel und das ist mit einem Miniatur Bullterrier nicht immer einfach. Daher war ich eher gegen diese Rasse, und  auf keinen Fall einen weißen. Das waren meine Worte. Nach langem hin und her habe ich mich dann aber mit dieser Rasse angefreundet. Wir haben Züchter gesucht die zum passenden Zeitpunkt einen Wurf planen. Für uns war klar,  es soll einer vom Züchter sein, allein schon damit wir Papiere haben die nachweisen, es ist wirklich ein Miniatur Bullterrier und kein Standart. Denn in NRW gilt der Miniatur Bullterrier nicht als sogenannter Listenhund, der Standart hingegen schon. Durch einige glückliche Umstände haben wir sehr schnell einen Züchter gefunden der noch einen Welpen hatte. Und nachdem ich ein Foto von Idefix gesehen habe, war mir auch egal ob weiß oder nicht. Ich war direkt verliebt.

Dann kam der Tag an dem Idefix bei uns einzog. Ab da hat er unser Leben ordentlich auf den Kopf gestellt. Mit der rassentypischen Sturheit hatte ich so nicht gerechnet. :-) 

Er geht mit uns stundenlang wandern, aber vor der Haustür sieht er keinen Sinn in Spaziergängen. Da schleicht er dermaßen, ich wurde schon mehrfach gefragt ob er krank oder alt sei.

Ich wurde aufgrund der Rasse auch schon beschimpft, Leute wechseln die Straßenseite oder schauen angewidert. Das sind Situationen, mit denen hatte ich ehrlich nicht gerechnet. Es gibt aber auch schöne Momente, Momente da kommen Nachbarn und sagen das sie, bevor sie Idefix kannten, Angst vor dieser Rasse hatten. Nun wüssten sie aber das das völlig unbegründet ist. Ich möchte jetzt nicht sagen das Miniatur Bullterrier Anfängerhunde sind, denn dazu haben sie einen viel zu starken Willen und Sturkopf. Lässt man sich aber auf sie ein, erzieht mit Liebe, Verstand und Konsequenz, dann hat man einen tollen Begleiter an seiner Seite. In der Erziehung sollte man nicht vergessen, Miniatur Bullterrier sind hoch sensibel und schalten schnell auf stur. Da ist Feingefühl gefragt. Gerne versuchen sie sich auch mit Humor aus der Situation zu retten. 

Folgend stelle ich weitere Vertreter dieser Rasse vor.

Lemmy

Zum Zeitpunkt unserer Shootings war Lemmy 9 Monate und damit der Jüngste vor meiner Kamera. Die Familie von Lemmy hat sich für diese  Rasse entschieden, weil sie sich in diese hübschen Clowns verliebt haben. Ein Schmusemonster und ein Randalebruder in einem. Außerdem finden sie die Größe perfekt, Lemmy passt in jedes Auto und auf jede Couch. Ehrlicherweise kenne ich nicht einen Miniatur Bullterrier der nicht auf die Couch darf. ;-)

Bei der Verwandtschaft musste sich der Kleine erst in die Herzen schleichen. Typische Aussagen waren: "niedlich ist er ja, aber die Kopfform ist nichts für mich". Auch musste erst gelernt werden, selbst zur Ruhe zu kommen, um den Kleinen zur Ruhe zu bekommen. Denn auch das ist typisch Miniatur Bullterrier, aufdrehen bis zur völligen Erschöpfung. Da ist man als Halter gefragt.

Lemmys Familie hat bisher zu 99% nur positive Erfahrung in Ihrem Umfeld mit dieser Rasse gemacht. Was mich persönlich sehr freut zu hören. Ich glaube auch, die farbigen Miniatur Bullterrier werden nicht so schnell mit dem beißwütigen Monster in Verbindung gebracht, wie die weißen. Medien sei Dank. 

Lemmy ist wie viele Vertreter dieser Rasse distanzlos, sowohl im Spiel als auch beim Schmusen. Damit kommt nicht jeder andere Hund klar. Da muss man  schon mal bremsend eingreifen. Dafür genießt seine Familie den Körperkontakt beim schmusen umso mehr. Der Kleine hat auch schon Stalker-Qualitäten. Die Nachbarn werden ganz genau beobachtet. 

Lemmy mag, wie viele Miniatur Bullterrier, keine nassen Pfoten. Da kann ein Spaziergang bei Regen zur Herausforderung werden. 

Eddie

Eddie war zum Zeitpunkt des Shootings zwei Jahre. Seine Familie ist schon seit den 80er Jahren ein Fan dieser Rasse und Eddie ist der Traumhund der Familie.

Die Verwandtschaft hat ihn anfangs neutral behandelt, er war halt nun da. Mittlerweile ist er der Liebling geworden. Die Halter von Eddie haben mittlerweile schon 4 Hundetrainer durch, alle waren mit dem Miniatur Bullterrier überfordert. Ich kann aus eigener Erfahrung sagen, bei einem Miniatur Bullterrier kommt man an seine Grenzen. Und wenn die nicht wollen, dann wollen die nicht. Da hilft kein besonderes Leckeren und schon gar nicht irgendwelche Strenge. Wir hatten selbst auch mehrere Trainer durch bis wir die richtige gefunden haben. 

Eddie ist in seinem Viertel, in dem er zu Hause ist, mittlerweile der Liebling aller.  Selbst der Postbote hat immer ein Leckeren für ihn parat. Zu früh wecken darf man den kleinen Langschläfer nicht, vor elf Uhr braucht man es bei ihm nicht probieren. Versuchen bei Regen einen Spaziergang anzustreben, lässt man besser. Das kleine Kraftpaket genießt es, wie alle Miniatur Bullterrier, mit seiner Familie zu kuscheln. Ich habe ihn als sehr netten und freudigen Kerl kennengelernt. 

Bernhard

Bernhard, mit seinen fast 12 Jahren der Älteste vor meiner Kamera. Das Alter merkt man ihm aber überhaupt nicht an. Mit 2,5 Jahren wurde er aus dem Tierschutz adoptiert und brauchte nicht lange um die gesamte Familie zu erobern. 

Auf meine Frage, warum gerade ein Bulli, bekam ich die perfekte Antwort. Jeder der Bullis kennt kann folgendes wahrscheinlich direkt unterschreiben:

"Der Bulli passt mit seiner eigensinnigen Persönlichkeit perfekt zu uns. Auch wenn es manchmal anstrengend ist, lieben wir gerade seine Sturheit, den eigenen Kopf. Der Bulli ist halt ein sehr zielorientierter Hund. Minis haben einen außerordentlichen Sinn für Humor und bringen einen einfach immer zum lachen. Dieser kleine Kerl bereichert unser Leben und schafft es jeden Tag uns neu zu verzaubern."

Negative Erfahrungen hat Bernhards Familie nicht in Erinnerung,  eher die positiven. Bernhard ist ein sehr entspannter und freundlicher Hund der charmant jeden um den Finger wickelt. Mich eingeschlossen. 

Allerdings ist der Herr wohl nicht der geduldigste. Lässt man ihn warten, wird entweder gemeckert oder er macht einfach sein eigenes Ding. Was er absolut nicht mag ist Wasser, selbst Schneeflocken sind nicht gern gesehen. ;-)

 

Ich danke den Familien dieser Fellnasen für Ihr Vertrauen und die Bereitschaft meine Fragen zu beantworten. Mir hat es Spaß gemacht und ich freue mich, mit allen noch in Kontakt zu stehen.